Geschichte

Gute Ideen setzen sich durch

Musik von der „Waterkant“ – und das in Halle an der Saale? Wer hatte denn diese Idee? Schuld daran sind Volker Ihler und Kerstin Lehmann. Volker, als alter Hansestädter, den es beruflich nach Halle an der Saale verschlug, wollte scheinbar nicht mehr länger auf die vertrauten maritimen Klänge verzichten. So lag es nahe, dass er als musikalisch erprobter Chorleiter diese Idee mit Kerstin, die durch den häufigen Verzehr von Fischgerichten der Küste ebenfalls sehr verbunden war, diskutierte und sich beide entschlossen, es doch einmal mit einem Shanty-Chor in Halle zu versuchen. Mit einer kleinen Zeitungsanzeige im Oktober 2006 fing alles an. Überraschung … eh wir uns versahen, wuchsen wir auf über zwanzig sangesfreudige Mitglieder an. Also doch – Halle, das maritime Zentrum Mitteldeutschlands??

Am 18.12.2007 gaben wir uns eine offizielle Satzung und gründeten somit den Musikverein „Seeteufel“ Halle (Saale) e.V.

Der Name „Seeteufel“

Jeder Verein muss einen Namen haben. Doch wie kam es zu dem Namen „Seeteufel“?
Nun, natürlich sehr demokratisch. Mehrere Vorschläge wurden zur Abstimmung gebracht. Dabei entfielen die meisten Stimmen auf den Namen „Seeteufel“. Wohl aus den verschiedensten Beweggründen. So mag bei dem einen die Assoziation zum „Seeteufel“ Felix Graf Luckner, der durch persönlichen Einsatz zum Ende des zweiten Weltkrieges die Zerstörung der Stadt Halle verhinderte, ausschlaggebend gewesen sein oder, wie vermutlich bei Kerstin, die Vorstellung eines Seeteufels, gegrillt und mit Kräuterbutter (s. Fischgerichte). Jedenfalls heißen wir jetzt Musikverein „Seeteufel“ Halle (Saale) e.V. und machen teuflisch gute Musik.

2006

  • Ab Juni 2006 erste Zusammenkünfte
  • 05.10.2006 Beginn der regelmäßigen Proben

2007

stellten wir uns das 1. Mal der Öffentlichkeit beim Paulusviertelfest in Halle. Die Reaktionen waren so ermutigend, dass wir schon im Sommer eine Werbe-CD aufnahmen und kurze Zeit später die ersten Studioerfahrungen bei der Produktion einer DVD sammeln konnten.

Daraufhin folgten natürlich weiter Auftritte, so z.B. zum Tag des offenen Denkmals, zum Lichterfest auf dem Markt oder zur 125 Jahr- Feier des Marinevereins Halle.

2008

So wie ein gutes Schiff nicht im Hafen liegen bleiben darf, so muss sich auch ein guter Shantychor ständig bewegen. Das bedeutete für uns: üben, üben, üben.

Wir erweiterten unser Repertoire um viele peppige Lieder, darunter auch zahlreiche Eigenkompositionen unseres Chorleiters Volker.

Nicht überraschend war, dass unsere „locker-fluffige“ Art, maritimes Liedgut in die Menge zu streuen, auch weitere sangeslustige Teufel und Teufelinen angezogen hat, so dass wir nun auf die beachtliche Größe von 30 Sängern angewachsen sind.

Zu den Highlights unserer Auftritte gehörten u.a. der Internationale Hansetag in Salzwedel, das Hansefest in Halle, eine Fernsehsendung zum 10-jährigen Bestehen des OK Merseburg oder der Landesverbandstag des Deutschen Marinebundes in Naumburg.

Mit unserem Gruß „Seeteufel- Ahoi“ bedanken wir uns für Ihr Interesse an unserer bisherigen Geschichte.

2009/2010

Wohin auch immer der Inhalt dieser beiden Jahre verschwunden ist, wir können euch versichern, dass wir nicht untätig waren.

2011

Es soll für uns ein ganz besonderes Jahr werden.

Die ersten Wochen des Jahres standen ganz im Zeichen der Aufnahmen zu unserer 2. CD mit dem Titel „Heut geht’s an Bord“Wir sind vom MDR zu Drehaufnahmen zur Sendung „Alles Gute“ eingeladen. Unser erster Fernsehauftritt. Es ist nun kein Flunkern mehr, wenn Volker auf der Bühne sagt : „Von Funk und Fernsehen bekannt.“

Die Aufnahmen sind beendet und es geht gleich munter weiter, denn am 13.Mai wird unser erstes großes Konzert im Waldkater stattfinden und alle 58 Lieder sollen zum Vortrag kommen. Es kommen 200 Gäste und sind begeistert. Auch in der Presse wird von unseren Vorhaben berichtet.                      Und nun der Juli. Es ist eine Usedom-Tournee geplant und obwohl die von der Küste nicht begeistert waren, einen Shanty Chor vom Binnenland einzuladen, wir treten doch auf und es wird ein voller Erfolg. Für nächstes Jahr haben wir schon unsere Termine auf Usedom.

Es ist ein erfolgreiches Jahr. Wir sind als Chor gewachsen, die „Seeteufel“ kennt man und wir gehören zu der großen Gemeinschaft der Shanty Chöre. Das bewiesen die Einladungen und unsere Auftritte bei Festivals in Seelze oder Wolfsburg.

Leider überschattete  ein trauriges Ereignis die Erfolge dieses Jahres.                                                                Unser Käpt`n Volker Ihler verstarb am 3.11.2011.                                                                                                    Aber seine Idee und die Seeteufel werden weiterleben!

2012

Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Wie auf vielen Schiffen wechselt so manches Mal die Crew, aber das Schiff geht nicht unter. So auch bei uns. Unter der musikalischen Leitung von Kerstin Lehmann, die sich nun noch mehr der Musik als den leckeren Fischtellern widmen muss, bereiteten wir unseren 5.Geburtstag vor. Es wurde eine phantastische Geburtstagsfeier, passend zu unserer Musik, auf der „Händel 2“ mit vielen begeisterten Gästen.

Da man aber nicht ein ganzes Jahr lang nur feiern kann haben wir natürlich auch wieder eifrig geübt, denn uns standen auch in unserem 5. Seeteufel-Jahr viele Auftritte bevor. Neben Wettin, Leipzig, Bad Dürrenberg und Helmerkamp besuchten wir  Shantyfestivals wie Seelze, Cuxhaven und Nendorf. Sogar im TV waren wir zu sehen, im mdr- Fernsehen wurde unser Chor im Rahmen eines Wettbewerbs vorgestellt.

Dass maritime Musik auch weit entfernt vom Meer gern gehört wird, bewies unser Auftritt in Karlsruhe, wo wir anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit unserer Heimatstadt Halle  ein Wochenende verbrachten.

Was gibt es schöneres, als gemeinsam Urlaub zu machen und zu singen? Also entschlossen wir uns, auch im Jahr 2012 gemeinsam 10 Tage an der Ostsee zu verbringen. Von Usedom bis Rügen verbreiteten wir musikalisch Urlaubsstimmung. So wundert es nicht, dass wir bereits wieder Anfragen für das kommende Jahr bekamen. Unsere Ostsee -Tournee scheint sich zu einer Tradition zu entwickeln.

Um an unsere Auftrittsorte zu gelangen haben wir in diesem Jahr 6286 km zurückgelegt. Tja, als Seeteufel kommt man ganz schön in der Welt herum!

2013

„Es gibt nur Wasser, Wasser,Wasser überall …“ Auf dem Meer ein normaler und erfreulicher Zustand – aber in unserer Region? So drohte unser lange geplantes und vorbereitetes 1. eigenes Shantyfestival ins nasse Element zu fallen, da unser Auftrittsort, die Goitzsche, total überschwemmt war.  Doch den Kopf in den Sand (ähm, ins Wasser) stecken hilft nicht. Lubomir Danailow, der seine Seebühne am Süßen See in Rekordzeit fertig bauen ließ und der rührigen Organisation unserer Anne Schöllner verdanken wir,  (ACHTUNG, jetzt können nur noch Superlative folgen!) ein Festival auf der schönsten Bühne, mit der traumhaftesten Kulisse, am heißesten Wochenende des Jahres, mit den stimmungsgeladensten Chören aus Berlin, Celle, Lohnde, Nendorf und Oldenburg und damit unser unvergesslichstes Erlebnis des Jahres.

Ebenso unvergesslich bleiben uns gemeinsame Fahrten: durch Gommern auf einem LKW, nach Herford zu den Internationalen Hansetagen, auf der Saale mit der MS Händel II, ein überraschender Auftritt als Vorgruppe von „Santiano“ bei den Händels open und natürlich unsere jährliche Ostseetournee.

Da das Hochwasser in Halle viele hart getroffen hat, wollten auch wir helfen. Mit den Spenden, die unser Benefizkonzert an der Ostsee und die Wette des dm- Markt- Singens einbrachten, konnten wir dem Peißnitzhausverein ein wenig weiterhelfen. Spenden der Kneippkita Karlshagen und des Shantychores Oldenburg überbrachten wir der Kita St. Georgen in Halle.

Ein teuflisches DANKESCHÖN an alle, die in dieser Zeit mit ihren Mitteln und Kräften geholfen haben !

2014

Mit 40 Auftritten haben wir auch in diesem Jahr die meisten Wochenenden seeteuflisch genutzt, so dass es Zeit wird, unseren Familien mal ein dickes Dankeschön für ihr Verständnis zu hinterlassen. Am schönsten ist es natürlich, wenn sie uns zu dem einen oder anderen Auftritt begleiten und sich von der, uns befallenen, „Seeteufelitis“ anstecken lassen.

Diese „Seeteufelitis“ haben wir wieder an den verschiedensten Orten verbreitet. Z.Bsp. zu Festivals in Berlin und Seelze und natürlich zu unserem 2.eigenen Shantychortreffen am Süßen See, bei den Sachsen-Anhalt-Tagen in Wernigerode,  bei Saalefahrten auf der Händel II, in Friedrichskoog, beim Bootskorso in Havelberg … .Selbst zum Matjesfest in Glückstadt haben wir es (trotz fast ständig vollem Mund mit leckerem Fisch) geschafft. Um im Sommer an frischen Fisch zu kommen haben wir auch 2014 ein paar Tage an der Ostsee verbracht. Unsere Tournee hat uns diesmal nicht nur nach Usedom sondern auch nach Rügen geführt. Dort haben wir, gemeinsam mit dem Sassnitzer Shantychor, in Sassnitz, Baabe, Binz, Göhren und Breege gesungen..

Unser ungewöhnlichster Auftritt hatte aber nichts mit Fischen (auch nicht mit fliegenden) sondern mit Vögeln zu tun. Bei einem Theaterprojekt im Zoo Halle baten wir, mit schwarzen Umhängen und Vogelmasken versehen, mit unseren Liedern um Aufnahme ins Wolkenkuckucksheim und wurden am Ende bei einer Massenvogelhochzeit alle irgendwie miteinander verheiratet. Tja, auch als (schräge) Vögel geben wir eine gute Figur ab und dafür muss man wohl von der „Seeteufelitis“ befallen sein.                                            Verrückt und unvergesslich !!!

2015

In diesem Jahr waren wir ganz schön blau. Aber nicht etwa nach dem Genuss des, bei Seefahrern so beliebten Getränkes oder weil wir das Seeteufeljahr wieder mit dem Glühwein-Trinken auf dem halleschen Wintermarkt begonnen haben, sondern nur gedanklich, als wir, ständig das „Lied der Schlümpfe“ auf den Lippen, die Fahrt zu unserem 1. Auslandsauftritt antraten. Die IJsselmannen hatten uns zu ihrem Shantyfestival nach Ouderkerk (NL) eingeladen. Natürlich blieb die Verwandlung in die kleinen blauhäutigen Wesen unser (und des Busfahrers) Geheimnis. Beim Festival selbst haben wir, ebenso wie die holländischen Chöre, auf die bewährten Seemannsmelodien zurückgegriffen. Das abendliche Captains- Dinner mit den Ijsselmannen und eine Rundfahrt im Hafen von Rotterdam am nächsten Tag rundeten das Wochenende ab. Dank unserer netten Gastgeber, ganz besonders Rien und Adrie, war es für uns ein traumhaft schönes Wochenende.

Die Farbe blau hat uns noch weiter durch das Jahr begleitet, denn ein wenig blau(blütig) haben wir uns auch gefühlt, als wir nach dem stimmungsvollen Jubiläumskonzert der Hornblower aus Tarp ( die es nun schon seit 25 Jahren gibt) im „Roten Schloss am Meer“ übernachten durften.

Beim 1. Maritimen Festival des Vegesacker Seemanns-Chores in Schwanewede weigerte sich der Himmel, sein blaues Kleid zu tragen. So zog es sich Birgitt, die Leiterin des Chores, am nächsten Tag einfach über und führte uns, in blau gehüllt, durch Bremen bis wir im „Walfischkiefer“ endeten. (nicht verendeten!!!)

Zu unserem 3. Seeteufel-Shantychor-Treffen zeigte sich der Himmel in strahlendstem blau. An diesem Tag hätten Wolken auch keine Chance gehabt, denn der Wind wehte sie und die Lieder unserer Gäste, dem Maritimen Chor Wolfsburg, dem Shantychor Gütersloh und dem Seemannschor Hannover, mit Windstärke 7 über den Süßen See.

Einen Blick über das blaue Meer zu werfen beruhigt ungemein. Deshalb zog es uns auch in diesem Jahr für 10 Tage an die See. Für einige Tage an die (mal blaue,mal gar nicht anwesende) Nordsee, um zum 2. Mal beim Cuxhavener Shantyfestival, und diesmal sogar beim Maritimen Galaabend, dabei zu sein und die restliche Zeit an die (zuverlässig blaue) Ostsee, um auch die Gäste des Travemünder Shantyfestivals 3 Tage lang auf mehreren Bühnen zu erfreuen.

Viele andere Auftritte, wie beim 1. Treffen sachsen-anhaltinischer Shantychöre in Schönebeck, zu runden Geburtstagen, grünen und goldenen Hochzeiten, Stadtfesten in Halle, Salzmünde, Quedlinburg oder Havelberg, Messen in Magdeburg, Halle oder Leipzig und bei den beliebten Ausflugsfahrten mit der Händel II füllten unser Jahr 2015. So müssen wir letztendlich feststellen:  Das Jahr war, trotz des beachtlichen Blauanteils und einiger, bereits verheilter blauer Flecken oder blauer Augen, wieder   –   KUNTERBUNT !